Ein paar einfache Regeln, wenn Sie vor Gericht stehen

 

Wie spreche den Richter an?

Richter werden üblicherweise mit "Herr/Frau Vorsitzende/r" angeredet.  Die umgangssprachliche Anrede mit "Herr/Frau  ......" ist nicht angebracht.

 

Wie spreche mit einem Richterkollegium? 

Manchmal haben Sie es vielleicht nicht nur mit einem/einer Richter/in zu tun, sondern mit einem Kollegium. In der Regel werden Sie dann von dem/der Vorsitzenden angesprochen. Er oder sie sitzt in der Mitte, manchmal leicht erhöht.

Die beisitzende Richter können Sie mit "Herr/Frau Beisitzer/in" ansprechen. Damit liegen Sie immer richtig.

Das Kollegium insgesamt heißt beim Landgericht  "Kammer", beim Oberlandesgericht "Senat" und wird als Personengesamtheit auch so angeredet.

 

Wie spreche ich andere Gerichtspersonen an?

Sonstige Gerichtspersonen werden üblicherweise mit ihrer Berufsbezeichnung angesprochen "Herr/Frau Wachtmeister/in oder Herr Staatsanwalt/Frau Staatsanwältin", andere einfach mit ihrem Namen, z.B. Personen der Jugendgerichtshilfe.

 

Muss ich an der Verhandlung teilnehmen?

In manchen Verfahren ist es unerlässlich, dass Sie dabei sind, so in Strafsachen oder bei Ihrer Scheidung oder wenn das Gericht Ihr persönliches Erscheinen angeordnet hat (in Arbeitsgerichtsprozessen ist das die Regel).

Im Zivilprozess ist es meistens nicht notwendig, dass Sie selbst erscheinen. Ob das trotzdem sinnvoll ist, wird Ihr Anwalt mit Ihnen besprechen. Wenn es nicht sein muss, bleiben Sie der Verhandlung am besten fern. Etwaige Fragen kann Ihr Anwalt mit einem in Ruhe verfassten Schriftsatz beantworten. Ansonsten gibt es einen weiteren Verhandlungstermin.

 

Muss ich vor Gericht etwas sagen?

Im Normalfall wird Ihr Anwalt für Sie sprechen. Es kann vorkommen, dass das Gericht Sie direkt anspricht und eine Frage stellt. Auch hier wird in der Regel Ihr Anwalt für Sie antworten, wenn er das kann. Wenn Sie unsicher sind, schweigen Sie und bitten ggf. um eine kurze Unterbrechung zur Beratung. Das wird aber selten notwendig sein.

Wenn Sie antworten wollen, bleiben Sie ruhig. Stellen Sie die Füße platt auf den Boden und legen Sie die Hände an die Tischkante oder auf den Tisch. Sprechen Sie langsam und sachlich und versuchen Sie, nicht gerade in den breitesten Dialekt zu verfallen. Stellen Sie den Blickkontakt mit dem Gericht her. Ein freundliches Lächeln schadet nicht. 

 

Darf ich Unterlagen benutzen?

Aber sicher! Normalerweise verfügen Sie über die gleichen Informationen wie Ihr Anwalt. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie ihre eigene Prozessakte mitbringen und auch weitere Unterlagen, die von Interesse sein können. Natürlich dürfen Sie diese Unterlagen zu Rate ziehen und auch daraus zitieren. Sprechen Sie sich aber mit Ihrem Anwalt ab, bevor Sie unbekannte Schriftstücke in das Verfahren einführen. Sie könnten sich unbeabsichtigt festlegen und damit Nachteile erleiden.

 

Was ziehe ich für meinen Prozess an?

Richtig gekleidet sind Sie mit einer gepflegten Alltagskleidung, einem Anzug oder einem Kostüm. Eine saubere Jeans geht auch ohne Beanstandung durch. Eine Jogging-Hose fällt negativ auf. Für Damen: Bitte nur dezentes Make-Up und keine allzu tiefen Einblicke. Aus prozesspsychologischen Gründen kann eine bestimmte Kleiderwahl sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Anwalt ggf. darauf an.

 

Wo sitze ich im Gerichtssaal?

Prinzipiell gilt: Sie sitzen neben Ihrem Anwalt. Ob rechts oder links ist eine Frage der Neigung und des Wohlgefühls. Der Zuschauerraum ist nur für Zuschauer, Zeugen und Sachverständige bestimmt, nicht für Sie.

In manchen Strafprozessen sitzen die Angeklagten vor ihrem Verteidiger oder sonst in räumlichem Abstand.

 

Dürfen meine Familienangehörigen oder Freunde dabei sein?

Generell sind Verhandlungen vor den Gerichten öffentlich. Dabei hat jeder Zutritt. Nur Tiere und kleine Kinder sollten aber nicht anwesend sein, wenn das nicht für das Verfahren notwendig ist. Ausnahmen von der öffentlichen Verhandlung gibt es für bestimmte Verfahren (z.B. im Scheidungsverfahren) und nach einer besonderen richterlichen Anordnung. 

Eine andere Frage ist, ob das Beisein solcher Personen sinnvoll ist - z.B. weil sie später als Zeugen benannt werden sollen. Das besprechen Sie am besten mit Ihrem Prozessvertreter. Im Normalfall spricht aber nichts dagegen, wenn Sie sich vertrauten Beistand holen. Diese Personen müssen aber im Zuschauerraum Platz nehmen.

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